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Licht und LaufTierfotografie als Handwerk

Bereich 06 · Nach der Aufnahme

Was nach dem Auslöser beginnt

Die Aufnahme ist die halbe Arbeit. Auswahl, Ordnung und Ausgabe sind die andere Hälfte, und sie entscheidet, ob Bilder wieder auftauchen.

Ein Schreibtisch am Abend, ein Bildschirm mit einer Bildauswahl in Rasteransicht, daneben ein Becher und ein Notizbuch

Eine Session Tierfotos endet nicht mit dem letzten Auslöser, sie beginnt da erst: mit der Auswahl aus einer Serie, mit der Frage, was auffindbar bleiben soll, und mit der Entscheidung, ob ein Bild auf Papier gehört. Die alte Werkstatt dafür war der Kontaktbogen, die neue ist ein Bildschirm mit Rasteransicht; die Arbeit dahinter ist dieselbe geblieben. Dieser Bereich beschreibt sie ohne Kataloge von Programmen, weil Werkzeuge wechseln und Ordnungsregeln bleiben.

Wie sortiert man einen Nachmittag voller Bilder?

In Durchgängen, nicht in Einzelschauen. Der erste Durchgang entfernt das Offensichtliche: die Unscharfen, die Halben, die Bilder, auf denen das Tier den Rücken kehrt oder gerade blinzelt. Der zweite Durchgang hält die verschiedenen Versionen desselben Moments nebeneinander und wählt nach dem Gestus, nicht nach der Schärfe allein: Das etwas weichere Bild, das den Absprung trifft, schlägt das schärfere, das ihn verpasst. Der dritte Durchgang benennt die Auswahl. Wer nach Läufen sortiert statt nach Gefallen, endet mit einem Bestand, der Fragen beantwortet, statt sie zu stellen. Die Frage, was mit dem Rest passiert, beantwortet Wohin mit den Hundefotos bis zum Ausdruck.

Unter einer eingeschalteten Tageslichtlampe liegen ausgedruckte Kleinbilder in Reihen auf einem Tisch, eines mit einem roten Stift markiert
Der Bogen unter der Lampe: Auswahl war Markierung, bevor sie Klick war.

Was ist ein Kontaktbogen im digitalen Alltag?

Der Kontaktbogen war die übersichtliche Reihe von Abzügen eines Films, auf der die Auswahl mit einem Stift markiert wurde. Digital ist die Rasteransicht des Bildbetrachtungsprogramms derselbe Gegenstand: Sie zeigt die Session als Fläche, und sie lässt sich mit Sternen, Farben oder Ausschuss markieren. Der Unterschied ist die Versuchung: Weil Speicher billig wirkt, bleibt heute zu viel stehen, was der Bogen von selbst erledigt hätte. Eine feste Reihe von Zu- und Abtritten vor dem ersten Stern ersetzt die Zucht des Films: erst Unscharfe weg, dann Dopplungen, dann die Auswahl nach Gestus und Auge.

Wie bleiben Bilder über Jahre auffindbar?

Durch Namen, die die Frage beantworten, die man in drei Jahren stellen wird. Ein Ordner pro Anlass mit Datum und Ort im Namen, eine Dateibenennung, die Tier, Anlass und Lauf trägt, und eine Auswahl, die in eigenen Ordnern liegt, genügt ohne jede Datenbank. Wichtig ist die eine Regel, die keine Software ersetzt: Das Original bleibt unangetastet, bearbeitete Fassungen bekommen eigene Namen, und die Auswahl wird gepflegt, solange die Erinnerung frisch ist. Wer heute den Namen abkürzt, weil er das Ereignis kennt, bezahlt in drei Jahren mit Suchen.

Ein Regal mit beschrifteten Fotoordnern, einer herausgezogenene, die Beschriftung in handschriftlichen Zahlen
Namen, die die Frage von morgen beantworten, ersetzen jede Datenbank.

Wann lohnt sich ein Ausdruck?

Wenn das Bild einen Ort hat. Der Rahmen an der Wand, das Album der Jahreshöhepunkte, der Abzug, der dem Verein für die Urkunde mitgegeben wird, sind Orte; der Ausdruck, der in der Schublade liegt, ist keiner. Ein Tierfoto, das die Arbeit oder den Charakter trägt, hält auf Papier länger als auf einem Bildschirm, weil es nicht mit dem nächsten Ordner konkurriert. Die Auswahl für den Druck ist deshalb kleiner als die Auswahl überhaupt, und das ist ihr Wert. Wie aus der Session die eine Wandwürdigste wird, ist der Weg, den die Seite über die Hundefotos bis zum Rahmen geht.

Was gehört zur Sicherung einer Session?

Eine Session gilt erst als abgeschlossen, wenn sie an zweiter Stelle liegt. Die Speicherkarte bleibt nach dem Import unberührt, solange die Bilder nur auf einem Träger existieren, und sie wird erst wieder verwendet, wenn die Kopie sich öffnen lässt. Die zweite Fassung liegt an einem anderen Ort als die erste, weil ein Schaden, der beide träfe, keine Sicherung mehr vorfände. Was der zweite Träger ist, entscheidet die eigene Ausrüstung; dass er existiert und geprüft wird, entscheidet die Ordnung. Für die Auswahl gilt dasselbe wie für die Originale: Auch die markierten Fassungen sind Kopien, und auch sie verschwinden, wenn sie nirgends eine zweite haben. Die Benennung, die eine Session auffindbar hält, trägt auch die Sicherung, denn derselbe Name findet sich auf beiden Trägern wieder.

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Zwei benachbarte Bereiche setzen diesen fort: Bewegung und Licht. Die Aufnahmedaten-Tabelle stellt alle Situationen in denselben Spalten nebeneinander, und die Bildfolge ordnet die Veröffentlichungen nach Datum.