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Licht und LaufTierfotografie als Handwerk

Ressource

Die Aufnahmedaten-Tabelle

Elf Situationen, acht Spalten, und ein Versprechen: Jeder Wert trägt seine Quelle, jede Lücke ihren Namen.

Ein Kameraobjektiv liegt neben einem geschlossenen Notizbuch auf einem Holztisch, im Hintergrund eine unscharfe Fensterfront mit Tageslicht

Diese Tabelle versammelt die wiederkehrenden Situationen der Tierfotografie und legt sie in dieselben Spalten: Belichtungszeit, Blende, ISO, Brennweite, Arbeitsabstand, Fokus, Lichtlage und Bildwiederholung. Sie ersetzt keinen Ratgeber, sie ersetzt das Blättern in Ratgebern: Wer an der Reithalle steht oder am Hundeplatz, liest die eigene Zeile und weiß, welche Werte belegt sind und welche nicht. Die Füllregel steht in der Redaktionspolitik: Eine Zelle wird nur gesetzt, wenn eine benannte, datierte Quelle sie trägt, und sie bleibt nicht dokumentiert, solange keine da ist.

Was diese Tabelle misst, und was sie nicht misst

Sie misst Einstellungen, nicht Ergebnisse. Die Belichtungszeit, die einen Galopp hält, die Blende, die eine Silhouette zeichnet, der Arbeitsabstand, der ein Wildtier in Ruhe lässt: Das sind Angaben über das Handwerk vor dem Auslöser. Sie misst nicht, was ein gutes Bild ist, und sie misst nicht, was eine Kamera kostet oder kann. Ein Wert wie 1/1000 s ist außerdem eine Antwort auf eine Frage, nicht an alle: Er gilt für Bewegung quer durchs Bild, und die Nachbarzeilen sagen, wann mehr oder weniger trägt. Deshalb steht neben vielen Werten der Name der Quelle, und deshalb steht in leeren Zellen ausdrücklich nicht dokumentiert.

Wie man eine leere Zelle liest

Als offene Stelle, nicht als Fehler. Nicht dokumentiert heißt: Für diese Situation und diese Spalte hat die Redaktion bis zur letzten Begutachtung keine Quelle gelesen, die einen Wert mit Kontext nennt. Das kann daran liegen, dass Ratgeber den Wert nennen, ohne zu sagen, für welches Licht, welche Bewegungsrichtung und welche Brennweite er gilt; dann wäre eine Übernahme eine Verfälschung. Es kann auch daran liegen, dass der Wert von Ausrüstung abhängt, die wechselt. Eine leere Zelle füllt sich, wenn eine Quelle sie trägt, und das Begutachtungsdatum in der Überschrift sagt, wann das zuletzt geprüft wurde.

Warum ein Richtwert immer einen Kontext braucht

Weil dieselbe Sekunde an zwei Orten Verschiedenes leistet. Eine Belichtungszeit von 1/1000 s hält einen Hund, der quer über eine Wiese jagt, und sie hält ihn auch in einer Halle, wenn das Licht dafür reicht; in der Halle ist das Licht aber knapp, und der Wert, der draußen selbstverständlich war, wird dort zur Frage von ISO und Blende. Die Quellen dieser Tabelle nennen ihre Werte deshalb mit Umfeld: Bewegungsbereiche für Hunde (tierische-tierfotografie.de), Mindestwerte für Action (sleepherds.de), ISO-Anhebung in dunkler Umgebung (magazin.pferdesport-deutschland.de), Brennweiten für Wildtiere (fotowissen.eu). Wer einen Wert übernimmt, übernimmt seinen Kontext mit, oder er lässt ihn stehen.

11 Situationen, 10 Spalten, begutachtet am 06.09.2026
SituationGruppeBelichtungszeitBlendeISOBrennweiteArbeitsabstandFokusLichtlageBildwiederholung
Hund im TrabBewegunguntere Grenze des Bewegungsbereichs, Richtwert 1/640 s (tierische-tierfotografie.de)nicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnah, wie es der Hund erlaubtNachführung (AF-C bzw. AI Servo)Tageslicht, Richtung freiSerie
Hund im GaloppBewegungRichtwert ab 1/1000 s (sleepherds.de; hyggestories.com)nicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnach Bewegung und RichtungNachführung, Startfeld aufs TierTageslichtSerie
Sprung nach Ball oder FrisbeeBewegungwie Galopp, ab 1/1000 s (sleepherds.de)nicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertNachführung oder Vorfokus auf die FangstelleTageslicht, Gegenlicht möglichSerie
Hundeporträt draußenEntfernungnicht dokumentiertoffen bis mittel, nach Freistellungswunschnicht dokumentiert70-200 mm, wenn der Hund vertraut ist (coolblue.de)nah, über Stimme und Blick lenkbarEinzelfeld aufs AugeSchatten oder Fensterlicht, keine MittagssonneEinzeln
Reithalle, Trab und GaloppPferdeso kurz, wie das knappe Licht es trägtnicht dokumentiertdeutlich höher als draußen (magazin.pferdesport-deutschland.de)nicht dokumentierthinter der Bandenlinie, nach PlatzregelVorfokus: Pferd in der Anreitphase nehmen (johannamilsephotography.com)gedämpftes HallenlichtSerie
SpringparcoursPferdeBewegungsrichtwert ab 1/1000 s (sleepherds.de)nicht dokumentiertin der Halle erhöht (magazin.pferdesport-deutschland.de)nicht dokumentierterlaubter Punkt an der kurzen Seite oder am SprungVorfokus auf den höchsten Punkt des Bogens (johannamilsephotography.com)Halle oder Platz nach WetterSerie
Agility in der HalleArbeitshundeBewegungsrichtwert ab 1/1000 s, übertragen vom Bewegungsbereich (sleepherds.de)nicht dokumentierterhöht wie in der Reithalle (magazin.pferdesport-deutschland.de)nicht dokumentiertaußerhalb der Laufwege, nach AbspracheVorfokus auf Kontaktzone oder Sprung (johannamilsephotography.com)gedämpftes HallenlichtSerie
Hund an der HerdeArbeitshundeBewegungsbereich 1/640 bis 1/1200 s (tierische-tierfotografie.de)nicht dokumentiertnicht dokumentiertlang, um den Arbeitsabstand zu halten (nikon.de)so weit, dass die Arbeit sich nicht ändertNachführung, Gestus vorher kennenTageslicht im FreienSerie
Gegenlicht, SilhouetteLichtnicht dokumentiertf/8 oder kleiner für klare Silhouetten (ig-fotografie.de)nicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertheller Grund hinter dem Tier (ig-fotografie.de; amazingviews.ch)Einzeln oder kurze Serie
Wildtier am WaldrandEntfernungnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertmindestens 300 mm, besser 400 bis 800 mm (fotowissen.eu)so weit, dass das Tier sich nicht stören lässt (nikon.de)Einzelfeld, meist auf RuhelageSchattenbereiche suchen (nikon.de)Serie
Erste Stunde, WieseLichtnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertnicht dokumentiertflaches, gerichtetes Morgenlicht statt Mittagssonne (nikon.de)Serie

Eine leere Zelle ist kein Versehen: Sie trägt keinen Wert, weil keine benannte, datierte Quelle ihn hergibt. Sie füllt sich, wenn eine Quelle existiert.

Die Lichtproben

  1. Eine nasse Wiese im ersten Morgenlicht, lange Schatten von Zaunpfählen, ein Hund als dunkle Silhouette am Bildrand

    Erstes Licht: flach, gerichtet, warm; das Fell bekommt Kontur statt Fläche.

  2. Ein schmales Hallenfenster wirft ein helles Viereck auf dunklen Sand, Staub schwebt im Lichtkegel

    Fensterlicht in der Halle: knapp, aber ehrlich; dort steht die Schärfe oder sie bleibt aus.

  3. Ein Feldrand in tiefem Gegenlicht, hohes Gras als leuchtende Kanten vor dunklem Wolkengrund

    Abendliches Gegenlicht: die Belichtung entscheidet, ob Kanten bleiben oder versinken.