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Licht und LaufTierfotografie als Handwerk

Fiche einer Situation · Bewegung

Hund am Pool fotografieren: Wasser, Spiegelung, Rand

Am Pool gelingt das Hundefoto, wenn man drei Dinge vorab klärt: wo man steht, wie der Hund hinein und wieder herauskommt und wie man Wasser, Tropfen und Spiegelung belichtet.

Ein nasser brauner Hund springt von einem Beckenrand aus heller Steinplatte in ein Schwimmbecken, Wasserspritzer leuchten im tiefen Gegenlicht, dahinter ein Garten mit Olivenbäumen.

Am Pool gelingt das Hundefoto, wenn man drei Dinge vorab klärt: wo man steht, wie der Hund hinein und wieder herauskommt und wie man Wasser, Tropfen und Spiegelung belichtet. Der Standort entscheidet über den Winkel, die Zeit von einer Tausendstelsekunde oder kürzer über die Schärfe der Tropfen, und der sichere Ein- und Ausstieg darüber, ob der Hund überhaupt Lust auf eine zweite Runde hat.

Die Form des Beckens bestimmt dabei mehr, als man vermutet. Eine breite Plage mit flachem Einstieg lässt den Hund selbstständig ins Wasser, ein schmaler Rand zwingt zu Kompromissen. Wie unterschiedlich Becken und Beckenränder ausfallen können, zeigt etwa Pool und Beckenrand in Aix-en-Provence: Bassins de la Torse baut und renoviert dort laut Startseite Schwimmbecken und legt Plage und Margelles an, also die Fläche und den Rand um das Wasser, auf dem später Hund und Fotograf stehen.

Wo steht man am Beckenrand, wenn der Hund schwimmt?

Möglichst tief und an der Seite, an der der Hund ankommt. Wer auf Wasserhöhe oder knapp darüber fotografiert, zeigt den Hund im Wasser statt von oben auf ihn herab, und der Hintergrund wird zur ruhigen Fläche des Beckens. Am flachen Einstieg liegt der Standort am Ende der Treppe, weil der Hund dort langsam wird und den Blick zur Kamera hebt. Für den Sprung vom Rand steht man seitlich, mit dem Wasser vor dem Hund und der Sonne im Rücken oder schräg dahinter.

Ein Teleobjektiv von 70 bis 200 Millimetern erlaubt einen Abstand von fünf bis zehn Metern. Das schützt die Kamera vor Spritzwasser und lässt den Hund ungestört schwimmen. Ein nasser Rand aus Stein oder Fliese ist rutschig, deshalb gehört ein fester Stand vor das Bild: Wer kniet oder liegt, legt eine Unterlage unter und hält die Kamera erhöht, nicht am Boden.

Ein nasser Hund steigt auf der breiten Steintreppe eines Pools zum Wasser, Tropfen fallen vom Fell, im Hintergrund eine Terrasse mit Blumentöpfen
Am Einstieg wird der Hund langsam: der Standort für ruhige Bilder.

Wie hält man Sprung und Tropfen scharf?

Mit kurzer Belichtungszeit und mitlaufendem Autofokus. Für den Sprung ins Wasser und für Tropfen, die vom Fell fliegen, sind Zeiten von einer Tausendstelsekunde und kürzer die Grundlage, bei starker Bewegung auch eine Zweitausendstelsekunde. Die Blende liegt bei f/4 bis f/5,6, der ISO-Wert folgt dem Licht, und die Serienbildfunktion liefert aus zwanzig Aufnahmen die zwei, in denen der Moment stimmt. Wer vorfokussiert, etwa auf die Kante, von der der Hund abspringt, verliert weniger Bilder an einen Autofokus, der das Wasser statt des Fells erwischt.

Die Werte für schnelle Hunde an Land stehen in der Fiche Hund im Galopp fotografieren. Am Pool gelten sie fast unverändert, nur dass das Licht auf der Wasserfläche härter ist und die Bilder deshalb eher zu hell als zu dunkel geraten.

Was macht Wasser mit Licht und Belichtung?

Es spiegelt, und es leuchtet. Eine glatte Wasserfläche wirft das Licht des Himmels zurück und kann die Belichtungsmessung täuschen, während ein nasser, dunkler Hund im selben Bild als Silhouette untergeht. Messen sollte man deshalb auf das Fell, nicht auf das Wasser, und die Belichtung im Zweifel eher knapp wählen, weil ausgefressene Spiegelungen sich nicht reparieren lassen. Im Gegenlicht leuchten die Tropfen als helle Perlen; wie man dabei die Kanten des Fells hält, beschreibt die Fiche zum Gegenlicht beim Hund.

Ein Polarisationsfilter dämpft Spiegelungen auf Wasser, und mit ihm lässt sich der Blick unter die Oberfläche öffnen, solange der Winkel zur Wasserfläche etwa 30 bis 40 Grad beträgt. Er schluckt allerdings Licht, ein bis zwei Blendenstufen, und diese fehlen dann bei der kurzen Zeit. Für Sprünge und schnelle Szenen bleibt er deshalb im Beutel; für ruhige Schwimmbilder kann er helfen. Bei einem weißen Hund gelten außerdem die Hinweise zur Belichtung aus dem Beitrag über den weißen Hund, weil nasses helles Fell und glitzerndes Wasser zusammen die Messung in die Irre führen.

Wie kommt der Hund sicher ins Wasser und wieder heraus?

Indem man ihm den Ausstieg zeigt, bevor man das erste Foto macht. Ein Hund, der das Becken nur über eine bestimmte Treppe verlassen kann, muss diese Treppe kennen und finden, auch wenn er aufgeregt ist. Man führt ihn daher einmal an der Leine zum Einstieg, lässt ihn die Stufen benutzen und ruft ihn später dorthin zurück. Das Becken ist kein Ort für Zwang: Wer den Hund ins Wasser treibt, bekommt keine entspannten Bilder und riskiert, dass er den Pool künftig meidet.

Pausen gehören dazu. Nach einigen Runden Schwimmen oder Sprüngen ruht der Hund im Schatten, trinkt frisches Wasser und trocknet, bevor die nächste Serie beginnt. Wer unsicher ist, ob sein Hund Chlor- oder Salzwasser verträgt, fragt vorher die Tierärztin und spült das Fell nach dem Bad mit klarem Wasser ab. Ohne diese Vorbereitung hat die schönste Serie ihren Preis.

Wie schützt man die Ausrüstung vor Spritzwasser?

Mit Abstand, Gegenlichtblende und Tuch. Die Streulichtblende hält Tropfen vom Frontglas fern und verhindert zugleich, dass die Spiegelung der Wasserfläche als Schleier ins Bild fällt. Ein Mikrofasertuch gehört in die Hosentasche und nicht in die Fototasche, weil man es nach jedem Sprung braucht. Chlorhaltiges Wasser trocknet auf dem Glas zu Flecken, und Wasser auf dem Körper der Kamera sollte nicht in die Fugen laufen: Eine einfache Regenhülle ist günstiger als die Reparatur.

Das Objektiv wechselt man nicht am Beckenrand. Staub und Feuchtigkeit gelangen beim Wechsel an den Sensor, und das Wasser in der Luft setzt sich auf dem Spiegel oder Sensor ab. Ein Objektiv, mit dem man den ganzen Nachmittag auskommt, ist besser als zwei, zwischen denen man in nassen Händen wechselt.

Was bleibt nach dem Shooting zu tun?

Sichten, bevor man etwas löscht. Bei Sprüngen und Tropfen sieht man erst am großen Bild, welche Aufnahme den Moment trifft, und bei Wasserbildern ist die Schärfe an den Augen und am Fell wichtiger als jeder Spritzer. Von zweihundert Bildern bleiben oft zehn, und diese zehn sollten mit Datum, Ort und Werten benannt sein, damit man sie in einem Jahr wiederfindet. Wie man Serien ordnet, bewertet und aufhebt, steht in der Seite wohin mit den Hundefotos.

Wer einen älteren Hund oder einen mit Gelenkproblemen am Pool fotografiert, verzichtet auf Sprünge vom Rand und nimmt den ruhigen Einstieg über die Treppe. Was vor einer solchen Session zu klären ist, steht im Beitrag zu Hundefotos bei Gelenkproblemen.